Wann kauft man am günstigsten?
Zwei Faustregeln halten sich hartnäckig: im November ist alles billiger, und einen guten Preis muss man sofort mitnehmen. Wir haben beide an unseren eigenen Preisdaten geprüft.
Stand: August 2026
Der November bringt wenig — aber er bringt etwas
Der November ist tatsächlich der günstigste Monat im Jahr. Das gilt aber nur für drei Kategorien stabil, und der Vorteil ist kleiner, als die Erwartung an den Black Friday vermuten lässt. Angegeben ist, wie weit ein Produkt im November unter seinem eigenen Jahresdurchschnitt liegt — gerechnet über zwei voneinander unabhängige Dreijahresfenster:
| Kategorie | 2023–2025 | 2022–2024 |
|---|---|---|
| Elektronik & Foto | −4,1 % | −3,9 % |
| Computer & Zubehör | −1,9 % | −3,8 % |
| Küche, Haushalt & Wohnen | −3,0 % | −2,9 % |
Zwei bis vier Prozent. In allen anderen Kategorien war kein Muster zu finden, das über beide Zeiträume hinweg standhielt — Baumarkt und Drogerie lagen bei Schwankungen, die genauso gut Zufall sein können.
Verpasst du wirklich etwas?
Die zweite Frage ist die praktischere. Wir haben jeden Moment gesucht, in dem ein Produkt günstiger war als in den 180 Tagen davor, und nachgesehen, wann es das nächste Mal wieder so weit war.
- Innerhalb von 30 Tagen war rund jedes zweite Produkt wieder mindestens so günstig.
- Innerhalb von 90 Tagen waren es zwei Drittel bis drei Viertel.
Ein verpasster Tiefpreis ist also meistens keine einmalige Gelegenheit. Wie schnell er wiederkommt, schwankt allerdings deutlich zwischen Kategorien und Zeiträumen — deshalb die Spannen statt exakter Zahlen.
Und was heißt das für den Kauf?
Beide Faustregeln taugen wenig. Bis November zu warten bringt im Schnitt wenige Prozent, und aus Angst vor der verpassten Gelegenheit sofort zuzuschlagen lohnt sich ebenfalls selten. Was tatsächlich entscheidet, ist der Verlauf des einzelnen Produkts: Liegt der Preis gerade unter seinem üblichen Niveau, oder sieht er nur wegen eines hohen Vergleichspreises danach aus?
Wie wir gerechnet haben — und was die Zahlen nicht sagen
Grundlage sind rund 580.000 Preispunkte aus der Preishistorie von etwa 6.800 Produkten. Jede Aussage wurde über zwei getrennte Zeitfenster gerechnet; übernommen haben wir nur, was in beiden gleich aussah.
Drei Einschränkungen, die dazugehören:
- Es sind unsere Produkte, nicht der Markt. In unserem Bestand landen Produkte, die irgendwann im Preis gefallen sind. Das ist keine repräsentative Auswahl des deutschen Handels, und die Zahlen gelten ausdrücklich nur für diesen Bestand.
- Kleine Kategorien haben wir weggelassen. Einzelne Bereiche sahen mit größeren Ausschlägen interessanter aus, beruhten aber auf wenigen Dutzend Produkten. Solche Zahlen sind Rauschen.
- Wie lange ein Tiefpreis hält, können wir nicht seriös sagen. Unsere Datenquelle speichert ältere Preisverläufe in Wochenschritten. Jede Angabe zur Dauer würde dieses Raster wiedergeben und nicht das Verhalten der Preise. Deshalb steht hier keine.